Selbsterfahrung, Sonne, Wind und Lagerfeuer.
28. Juli 2007 von Thomas Niegisch
Unsere jüngste Experience war die Tour zu unserer Pirateninsel, die wir vor einigen Wochen für uns entdeckt haben.
Diesmal waren wir eine Truppe von drei Pärchen. Wir alle kamen aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen mit der gemeinsamen Idee in Kontakt mit unseren Gefühlen zu kommen und ein bisschen innere Ruhe zu finden.
Der Kennenlernabend am Freitag auf dem Schiff verlief schon unglaublich stimmungsvoll. Jeder der Gruppe war breit sich auf Neues einzulassen. Die Nacht verbrachten wir schon gemeinsam in der Kajüte, mit einem frohen Erwarten für den nächsten Tag. Nach einem fröhlichen und entspannten Frühstück starteten wir.
Die Parole hieß: Auf zur Pirateninsel. Außer dem Skipper gab es nur noch einen etwas erfahreneren Segler. Die ganze Mannschaft folgte den Anweisungen des Skippers und so kamen wir wohlbehalten in die Nähe der Insel. Das Landungsmanöver war insofern ein besonderes, als dass wir nicht wie üblicherweise anlegten, sondern wir „strandeten“.
Danach hoben die Männer den Klüverbaum über die Bordkante, damit alle trockenen Fußes die Insel betreten konnten. Ein Seil vom Mast zu einem Inselbaum diente zum Festhalten. Da fast alle von uns auch ein bisschen Höhenangst hatten, brauchte es einigen Mut die ersten Schritte über den Klüverbaum zu wagen. Mit Lob und Zuspruch der ganzen Gruppe schafften es alle!
Wir hatten beschlossen uns in tradierte Rollen und Strukturen einzufinden, das hieß, die Männer erkundeten die Insel, sammelten Feuerholz, suchten Steine zur Einfassung des Feuers und machten einen gemütlichen Lagerplatz für die Frauen fertig.
Die Frauen nutzen die Zeit das Schiff aufzuräumen, unter psychologischer Betreuung Gespräche über ihre Gefühlswelten zu führen und wunderbar für uns alle zu kochen.
Jedem gefiel diese Gruppenstrukturen ausgesprochen gut.
Gegen 22 Uhr loderte das Lagerfeuer und bei besinnlichen und tiefgehenden Gesprächen saßen wir noch bis 4 Uhr morgens zusammen. Das Wunderbare war, dass innerhalb von 24 Stunden fremde Menschen einander so nahe kommen konnten.
Den Sonntagmorgen verbrachten wir mit Ausschlafen, Schwimmen und Frühstücken, bis wir von Sturmböen und heftigem Regen überrascht wurden. Die Rückfahrt war für die Neusegler, bei heftigen Wind und gutem Wellengang, eine spannende Erfahrung. Hier war es besonders wichtig Hand in Hand zu arbeiten und einander zu vertrauen.
Nachdem wir wohlbehalten und erleichtert in Spakenburg wieder angekommen waren, aßen wir zum Abschluss noch gemeinsam und trennten uns dann mit Umarmungen und dem innigen Wunsch dieses Erlebnis bald zu wiederholen.
Es war eine unglaublich schöne Gruppenerfahrung.